Ortskernmanagement Jesteburg

Ortskern Jesteburg
Städtebauliche Sanierungsziele und Maßnahmen

Als wichtige Sanierungsziele für den Jesteburger Ortskern sind insbesondere die Aufwertung des öffentlichen Raums vor allem im Bereich der Hauptstraße, die Sanierung und Modernisierung von ortsbildprägenden Gebäuden sowie die Behebung funktionaler Mängel des Straßenraumes anzugehen.

Mit geeigneten öffentlichen Maßnahmen soll die Qualität des Ortskerns als Standort für Versorgungseinrichtungen, Einzelhandel und Dienstleistungen verbessert werden. Das Konzept sieht neben einer Gestaltung der Verkehrsflächen auch Flächenkonzeptionierungen und Umnutzungen vor.

Barrierefreier Ausbau Wegeverbindung
Der Emil-Bartz-Weg soll barrierefrei ausgebaut werden. Von Süden kommend soll er mit einer maximalen Steigung von 5 % zwischen Spethmannplatz und Pastorenteich im Bogen nach Nordosten geführt werden.

Querungshilfen
Kunden und Besucher des Ortskernes von Jesteburg sollen leichter die Landesstraße L213 wechseln können. Für den Ortskern in Jesteburg sollen auf der L213 (Brückenstraße und Hauptstraße) fünf Standorte für Querungshilfen geschaffen werden. Diese ermöglichen eine stressreduzierte Überquerung der Straße, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen. Querungshilfen entlang der L213 würden insgesamt zu einer Entschleunigung des Verkehrs als auch zu einer Erhöhung der Sicherheit der Straßenquerung führen. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Querungen sowie den vorgesehenen Kreisverkehren würden sich regelmäßige Querungen im Abstand von 100 bis 200 m ergeben.

Flächenkonzeptionierung
Im Ortskern befinden sich einige Flächen, die eine Neuordnung und -gestaltung brachliegender oder minder genutzter Flächen bedürfen. Auf einigen Flächen besteht die Notwendigkeit eines Gebäudeabrisses.

Umnutzung ehemaliges Schulgebäude
Das ehemalige Schulgebäude soll umgenutzt und künftig zur Unterbringung von öffentlichen und privaten Gemeinbedarfseinrichtungen genutzt werden. Das Gebäudeensemble der Schule soll erhalten werden, jedoch sollen Teile des Gebäudes umgebaut bzw. modernisiert werden. Das Gebäude soll zukünftig als Standort für Pflege / Soziales, KiTa, Krippe und Sport dienen.

 

Ein wichtiger Bestandteil zur Stärkung des Ortskerns als aktives Ortszentrum ist neben der Sanierung von ortsbildprägenden Gebäuden, die Gestaltung von Freiflächen und Plätzen.

 

Gebäudesanierung
Ein  wichtiger Bestandteil des Erneuerungskonzeptes ist die Gebäudesanierung von ortsbildprägenden Gebäuden. Mithilfe des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ fördert die Gemeinde auf Antrag des Eigentümers Modernisierungsmaßnahmen an ortsbildprägenden Gebäuden (einschließlich der energetischen Sanierung) im Sanierungsgebiet. Das bedeutet für Sie, wenn Sie Ihr ortsbildprägendes Gebäude sanieren wollen:

  • Zuschuss 30 % der förderungsfähigen Ausgaben, maximal 50.000 € für Gebäude mit Ortsbildprägung
  • Zuschuss 30 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 75.000 € für Gebäude mit Denkmalsschutz

Maßgeblich sind die tatsächlich entstandenen förderungsfähigen Kosten. Maßnahmen mit anerkennungsfähigen Kosten von weniger als 5.000 € (inkl. Mehrwertsteuer) werden nicht gefördert. Weitere Informationen erhalten Sie in der Modernisierungsrichtlinie: download Modernisierungsrichtlinie

Unabhängig von der Städtebauförderung besteht für alle Eigentümer von Grundstücken im Sanierungsgebiet die Möglichkeit, erhöhte steuerliche Abschreibungen für Modernisierung und Instandsetzung von Gebäuden in Anspruch zu nehmen. Es werden beispielweise Maßnahmen zur Erhaltung und Aufwertung des Baubestandes begünstigt, zum Werterhalt, zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Barrierefreiheit.

Grundlage sind die §§  7 h/10 f Einkommenssteuergesetz:  Wenn Sie Ihr Wohnhaus selbst bewohnen, erlaubt Ihnen § 10f EStG bis zu 90% der Modernisierungs- und Instandsetzungskosten über 10 Jahre geltend zu machen. Bei Maßnahmen an anderen Gebäuden in Ihrem Eigentum erlaubt Ihnen § 7h des EStG 100% der Kosten über 12 Jahre geltend zu machen.

Wir empfehlen einen Steuerberater zu konsultieren. Diese Angaben sind als allgemeiner Hinweis zu verstehen. Eine Gewähr auf Richtigkeit im steuerrechtlichen Sinne kann nicht übernommen werden.

Wichtiger Hinweis: Voraussetzung für Fördermittel oder steuerliche Vorteile ist, dass vor der Durchführung der Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten eine vertragliche Regelung in Form eines Modernisierungs- und Instandsetzungsvertrages mit der Gemeinde/ dem Sanierungsträger abgeschlossen wird. Weitere Informationen finden Sie hier und in der Bürgerinformation

 

Freiflächengestaltung
Aktuell ungestaltete Freiflächen vor oder zwischen Gebäuden bzw. Freiflächen die derzeit als Parkplätze oder Abstellflächen genutzt werden, sollen unter Beibehaltung der Funktion neu gestaltet werden, damit diese bei Nichtnutzung ebenfalls Struktur aufweisen. Für die teilweise sehr breiten Flächen zwischen Gebäudekante und Fahrbahn ist eine Gestaltung durch Bepflanzung und Stadtmobiliar zuträglich für die Aufenthaltsqualität.

 

Gestaltung Spethmannplatz
Der Spethmannplatz soll nach Südosten ausgebaut werden, um die Marktfläche zu vergrößern. Es könnten zukünftig mehr Marktstände aufgestellt werden. Zudem könnte eine Neugestaltung Raum für öffentliche Parkplätze auch während der Marktzeiten ermöglichen.

 

Gestaltung Skulpturenplatz (Clement’sches Grundstück)
Das Clement’sches Grundstück stellt in zentraler Lage im Ortskern im öffentlichen Eigentum den entscheidenden Gestaltungsspielraum der Gemeinde hinsichtlich der Ansiedlung der Gestaltung des öffentlichen Raums dar. Die Platzfläche zwischen Kunsthaus und dem denkmalgeschützten Haus (Hauptstraße Nr. 41) soll als Skulpturenplatz genutzt werden.

Kreisverkehr inkl. Straßenraumgestaltung
Im Rahmen der Umgestaltung im öffentlichen Raum gehört die Gestaltung der Kreuzungsbereiche zu den wesentlichen Maßnahmen. Dort sollen jeweils Kreisverkehre entstehen, die den Verkehr beruhigen und den Straßenraum gestalten. Hier sollen auch Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr verfolgt werden.

Durch die Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Lüllauer Straße sowie einer adäquaten Lösung an der Einmündung Sandbarg könnten die bestehenden Probleme behoben werden. Ein Kreisverkehr stellt eine Gleichberechtigung aller angebundenen Straßen dar und führt somit einerseits zu einem verbesserten Abfluss des Verkehrs aus den Seitenstraßen sowie insgesamt, aufgrund der Vorfahrtsituation, zu einer Verlangsamung des Verkehrs.

 

Kreuzungsbereich Hauptstraße / Ecke Lüllauer Straße
Ein Teil des Grundstückes (Hauptstraße 2) sollte zur Schaffung des vorgesehenen Kreisverkehrs und damit zur Verbesserung des Verkehrsflusses im Kernort genutzt werden.

 

Kreuzungsbereich Hauptstraße / Ecke Sandbarg
Der Kreuzungsbereich Hauptstraße / Sandbarg sollte aus verkehrlicher Sicht neugestaltet werden.

 

Weiterführende Hinweise zum „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) als Vorbereitende Untersuchungen „Ortskern Jesteburg“ Programmkomponente „Aktive Stadt –und Ortsteilen“ können Sie hier als PDF herunterladen: